Carlos Müller
Die Kanarischen Inseln
Reisen durch die Zeit

Von Monokultur zur Monoaktivität: eine kurze kanarische Wirtschaftsgeschichte

alte Weinpresse auf Teneriffa um 1900
Alte Weinpresse auf Teneriffa um 1900
Unter Monokultur versteht man den großflächigen Anbau einer einzigen Kulturpflanze, mit deren Gedeih oder Verderb die gesamte Wirtschaft einer Region oder sogar Nation steht oder fällt. Alles andere ist zweitrangig. Monokultur ist das klassische Beispiel des sogenannten "peripheren Kapitalismus", oder, weniger gelehrt ausgedrückt, es ist simple Kolonialwirtschaft. Die ferne Kolonie liefert billige Rohstoffe, die in der "Zentrale" weiter verarbeitet werden. Die Kanarischen Inseln haben wieder einmal die zweifelhafte Ehre, das erste Modell einer Kolonialwirtschaft außerhalb Europas geliefert zu haben, wie in dem Jean de Béthencourt gewidmeten Kapitel zu lesen war. Das Ärgerliche ist, sie stecken immer noch drin.
Die Reihe der kanarischen Monokulturen umfasst mindestens 5 verschiedene Produkte, nach dem Zucker hielt am längsten der Wein durch, der berühmte Malvasía. Die Zusammenbrüche einer jeden waren schrecklich. Heute ist es der Tourismus, eher eine Mono-Aktivität, der ca. 35% der insulären Wirtschaft beherrscht. Mit dem Tourismus steht und fällt das wirtschaftliche Leben der Inseln.
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