Carlos Müller
Die Kanarischen Inseln
Reisen durch die Zeit

Die friedliche Heidenmission auf Gran Canaria endet in einem Fiasko

Beginn der Bulle von Papst Clemens VI., 7. November 1351, mit der das Episkopat von Telde gegründet wurde
Erst 1960 gelang es dem kanarischen Historiker Prof. Rumeu de Armas eine altes Rätsel der Kirchengeschichte zu lösen: wo hatte das legendäre Bistum von Telde gelegen, von dem in Kirchenpapieren um 1350 die Rede war.
Von heute aus gesehen eine lächerliche Frage. Millionen von Touristen landen jedes Jahr auf Gran Canaria auf dem Flughafen in der Nähe der zweitgrößten Stadt der Insel. Telde, heute ca. 100.000 Einwohner, hat seinen Namen nie gewechselt, es hieß schon so unter den Ureinwohnern.
Trotzdem war der erste Versuch der Kirche, Heiden mit friedlichen Mitteln zu bekehren, vollkommen fremde Menschen außerhalb des bekannten Europas, aus den Kirchenarchiven weitgehend verschwunden. Der Versuch war an der Sabotage der allerchristlichen Sklavenjäger gescheitert, denen Entführung und Verkauf getaufter Ureinwohner der Inseln unmöglich gewesen wäre.
Danach setzte die Kirche auf gewaltsame Mission, oder auch Schwertmission genannt, aber die Erinnerung an die erste friedliche Mission verschwand nie ganz. Der lange Konflikt zwischen Konquistadoren und Missionaren, der mit der Eroberung der Kanarischen Inseln begann, hat seine Spuren wahrscheinlich bis in der Erklärung der modernen Menschenrechte hinterlassen.
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